Donnerstag, 19. Januar 2017

"Etwas bleibt - Das Schicksal der Familie Levi" von Inge Barth-Grözinger

Ein sehr wichtiger Roman, der mich aufgewühlt zurücklässt
 
Das Jahr 1933. Schleichend wälzt sich das Gespenst der Ausgrenzung auf die Viehhändler-Familie Levi zu. Erst sind da die Lehrer in Erichs Schule, die in der braunen Uniform erscheinen, dann immer mehr seiner Mitschüler. Seine guten schulischen Leistungen sind egal. Erich wird mit schlechten Noten bestraft. Mit seinem Cousin muss er alleine in der ersten Reihe sitzen. Immer mehr seiner Freunde wenden sich von dem Jungen ab. Nicht nur von dem Jungen, von der ganzen Familie. Deutsche dürfen keinen Kontakt mehr zu ihnen haben, zu den Juden. Die Levis sind verzweifelt. Die Geschäfte laufen immer schlechter. Man wechselt die Straßenseite, man schaut weg. Wer ihnen dennoch wohl gesonnen ist, wird umgehend bedroht. Die Nazis sind an der Macht. Die Nazis haben das Sagen. Die Familie Levi versucht sich gegenseitig aufzumuntern, sich Mut zuzusprechen, doch sie müssen erkennen, dass es immer noch schlimmer werden kann. Schließlich packen sie einen Koffer. Lediglich einen Teller lässt die Mutter in der Heimat. Etwas bleibt.

„Etwas bleibt – Das Schicksal der Familie Levi“ - eine mitreißende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Es ist die Geschichte einer Familie, die plötzlich die Ausgrenzung erfahren muss und der nichts anderes übrig bleibt, als ihr geliebtes Land zu verlassen. Unverständnis, Hoffnung, Leid, Trauer und Erkenntnis. Man fühlt mit der Familie Levi mit und ganz besonders mit Erich, aus deren Sicht die berührende Geschichte erzählt wird. Man spürt förmlich die wachsende Angst, die um sich greift. Man sieht die Nazis, die in immer größeren Gruppen gröhlend aufmarschieren, sie, die immer mehr Menschen bedrohen, nur, weil sie anders denken und handeln. Da ist die aufkeimende Angst der Menschen, selbst Opfer zu werden.


Mit ihrem Roman setzt die Autorin der Familie Levi ein Denkmal. „Etwas bleibt“ - ein sehr wichtiger Roman, der mich aufgewühlt zurücklässt. 



 
Taschenbuch
437 Seiten
Verlag: PIPER
 
 
 
 
Herzlichen Dank an das Verlags-Team
für dieses sehr ergreifende Buch!


Dienstag, 17. Januar 2017

Candlelight-Lesung

Am 10. Februar 2017 bin ich endlich mal wieder im Literaturhotel in Iserlohn.

Zappelt das Wort wie ein Wurm am Haken ... Candlelight-Lesung mit Volker Bunse und Andrea Reichart. Ich freue mich schon!



Sonntag, 15. Januar 2017

Think Pink!

10 positive Dinge oder Begebenheiten
der vergangenen Woche
 


Foto (c) Monika Schulte


 
 
1. Große Entrümpelungsaktion.
 Platz für Neues.
 
2. Frau Drossel und ich beim gemeinsamen Frühstück.
 
3. Kein Schneechaos am Freitag.
 
4. Ein wunderbares Buch zu Ende gelesen.
 
5. Neue Ideen für meinen Büro-Newsletter.
 
6. Dem Rücken geht es endlich etwas besser.
 
7. Auch diese Woche wieder nette Gespräche geführt.
 
8. Lampen-Projekte.
 
9. Die ersten Schritte fürs nächste Fotobuch.
 
10. Immer wieder erstaunt,
dass mein Blog weltweit gelesen wird.

Samstag, 14. Januar 2017

"Das Café der guten Wünsche" von Marie Adams

Ein Buch für alle, die wunderschöne Geschichten lieben

Julia hat von ihrer Großmutter ein kleines Café geerbt. Zusammen mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette betreibt sie liebevoll dieses wunderbare Kleinod, in dem sich alle Menschen wohl zu fühlen scheinen. Jedem Gast geben die drei Freundinnen heimlich einen positiven Wunsch mit auf den Weg und tatsächlich, die Menschen gehen glücklich aus dem Café. Als Bernadette für 1 Jahr nach Frankreich geht, wird Robert vorübergehend Julias neuer Untermieter. Robert, der eher unglücklich bei einer Zeitung beschäftigt ist, der immer negativ denkt und auch keine allzu gute Meinung von Frauen hat, doch Julia scheint etwas in ihm zu bewirken. Die junge Frau liebt jedoch seit Jahren den Franzossen Jean, den sie seit ihrem Frankreich-Aufenthalt jedoch nie wieder gesehen hat. Julia glaubt fest daran, dass sie Jean wiedersehen wird, doch auch Robert verursacht so ein gewisses Kribbeln.

„Das Cafe der guten Wünsche“ - ein Roman mit Personen, die mir sofort ans Herz gewachsen sind. Ich bin zwar viel älter als Julia, doch ein bisschen Julia steckt auch in mir. Ich bin auch so ein durch und durch positiver Mensch, wünsche allen immer das Beste und glaube an die Macht der Worte. Auch so ein Café kenne ich, in meiner Nachbarstadt. Es heißt „Café Bonheur – Ein kleines Stück zum Glück“. Ich musste beim Lesen sofort ans Bonheur denken. Auch hier verlassen die Menschen das Café mit einem anderen Gefühl. Wer das Bonheur kennt, weiß was ich meine. Genau so ein Café ist „Das Café der guten Wünsche“.


Dieses Buch ist einfach nur schön, es ist Balsam für die Seele und es ist rettungslos romantisch! Wunderbar zu lesen, wie sich Robert von Seite zu Seite wandelt. Am liebst würde man Julia schütteln und sagen: „He, vergiss diesen Jean! Sei nicht so blind.“


„Das Café der guten Wünsche“ - ein Buch zum Wegträumen, zum Genießen. Ein Buch, das Lust macht, wieder mal ein Café zu besuchen, dort zu lesen, zu schreiben, um Leute zu beobachten. Ein Buch für alle, die wunderschöne Geschichten lieben.






eBook
336 Seiten
Verlag: Blanvalet
 
 
 
 


 

Freitag, 13. Januar 2017

"Mach dieses Buch fertig" - Die nächste Aufgabe ist erfüllt!

 
 
Meine lieben Kolleginnen Anja und Daniela
 haben es so gewollt.
 
Ich muss dieses Buch "fertig machen".
 
 
 



Heute habe ich dann mal Kreise gezogen.




Sonntag, 8. Januar 2017

Smartphone-Kamera-Spielereien


"Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern" von Katrin Burseg

Eine großartiges Buch!
 
Die Kunsthistorikerin Carla hat ihrem viel älteren Ehemann Willem vor der Hochzeit ein Liebesversprechen gegeben. Wenn Willem nicht mehr er selbst sein sollte, muss sie gehen. Willem hat ihr das Verprochen abgenommen, dass sie nicht aus reinem Pflichtgefühl bei ihm sein soll, falls er einmal krank werden sollte. Doch nun ist Willem an Alzheimer erkrankt. Der einstige Geist und Wegbereiter der Moderne lebt in einer anderen Welt, in der Welt eines an Alzheimer erkrankten Menschen. Carla wird immer wieder an das Liebesversprechen erinnert, doch sie will ihren Mann nicht verlassen. Sie liebt ihn noch immer.

Als Carla die große Herbstschau vorbereitet, tritt der Landschaftsgärtner Jasper in ihr Leben – mit einem Bild. Es ist ein Gemälde der jüdischen Künstlerin Alma Reed, die während der NS-Zeit verfolgt wurde und spurlos verschwand. Das Apfelmädchen, das Bild einer Künstlerin, die der Hamburger Sezession angehörte, einer Künstlergruppe, die sich 1933 unter dem Druck des NS-Regimes selbst auflöste. Carla zeigt ihrem Mann das Bild. Seine Reaktion ist heftig. Irgendetwas löst das Bild in ihm aus. Ein Kindheitstrauma? Ein Kriegstrauma? Wer ist das Gespenst, von dem Willem nun immer bruchstückhaft redet?

Carla möchte das Bild unbedingt für ihre Herbstschau haben, doch Jasper zögert. Und dann ist da auch noch das leise Kribbeln, das Carla in seiner Gegenwart verspürt.

„Wenn ich nicht mehr ich selbst bin, musst du gehen“ - Was für ein Vesprechen! Was für ein Roman! Zwei so wichtige und doch so unterschiedliche Themen, Alzheimer und Raubkunst, zwei Themen, auf so spannende Art und Weise miteinander verwoben.


„Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ - es ist eine fesselnde und tief bewegende Geschichte. Da ist Carla, die ihren Mann noch immer liebt. Da ist Willem, durch die Krankheit mehr Kind als alter Mann. Man spürt die Liebe, die Carla ihrem Mann noch immer entgegenbringt, aber auch die Verzweiflung. Obwohl sie ihm einst das Versprechen gegeben hat zu gehen, sie kann es einfach nicht. Und dann Jasper, der Baumdoktor, zu dem sie sich irgendwie hingezogen fühlt.


Ein ganz wunderbarer Roman mit Personen, die man am liebsten kennenlernen würde. Ganz nebenbei erfährt man noch jede Menge über die Hamburger Kunstgeschichte, die Sezession, die Raubkunst. Und immer wieder die Frage, was wusste Willem über das Bild? Wieso diese derart heftige Reaktion? Welches Geheimnis hat Willem mit in seine neue Welt genommen?


„Liebe ist ein Haus mit vielen Zimmern“ - ein großartiges Buch, das einen fast unheimlichen Sog entwickelt, warmherzig, gefühlvoll, wunderschön!





Hardcover
347 Seiten
Verlag: Marion von Schröder