Mittwoch, 11. Februar 2015

Rezension zu "Die Tänzerin von Auschwitz" von Paul Glaser

Als der Autor Paul Glaser das Vernichtungslager Auschwitz besucht, entdeckt er eher durch Zufall seine jüdischen Wurzeln. Als er seinen Vater auf die Geschichte seiner Familie anspricht, schweigt dieser jedoch. Seine Tante Roosje jedoch beginnt zu erzählen. Anhand ihrer Erzählungen und ihrer Tagebücher, kann Paul Glaser die Geschichte seiner Tante rekonstruieren, die auch seine eigene Geschichte ist, die Geschichte seiner Familie. Roosje ist eine lebenshungrige junge Frau, als die Deutschen die Niederlande besetzen. Verraten von ihrem eigenen Ehemann wird sie gezwungen, ihre Tanzschule zu schließen. Unterdrückung, Verfolgung, Leid und Elend stehen von Stund an auf dem Programm. Ihre Eltern werden ermordet. Sie selbst überlebt, was dem Leser wie ein Wunder erscheint. Roosje hat einen enormen Lebenswillen. Immer wieder hat sie Vorstellungen und Ideen, die sie versucht in die Tat umzusetzen. Nur durch ihren Mut und ihre ungewöhnliche Art die Dinge anzupacken, konnte sie mehrere Lager überleben. 

"Die Tänzerin von Auschwitz" - es ist ein sehr emotionales Buch, eine wahre Geschichte, die erschüttert. Die Geschichte über ein Familiengeheimnis, das nur durch Zufall entdeckt wurde. Es ist aber nicht nur die Geschichte von der jungen Roosje, es ist auch die Geschichte der Juden, die ebenso überlebt haben, die jedoch bitter erfahren mussten, dass sie in ihrer niederländischen Heimat nicht erwünscht waren. Sie, die unter widrigsten Umständen das Vernichtungslager überlebt haben, wurden diskriminiert und aufgefordert, sich nicht zu beklagen. Der Leser erfährt, dass der Antisemitismus in den Niederlanden nach dem Krieg ausgeprägter war als zuvor. Tatsachen werden geschildert, die der Leser nur schwer nachvollziehen kann, so unfassbar erscheinen sie einem. 

"Die Tänzerin von Auschwitz" - tragisch, aufwühlend. 



Hardcover
Verlag Aufbau
286 Seiten


Herzlichen Dank, dass ich dieses Buch 
lesen und besprechen durfte!


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