Donnerstag, 2. April 2015

Rezension zu "Als der Himmel uns gehörte" von Charlottte Roth

Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte!

London im Jahr 2011. Jennifer ist Läuferin und ihr größter Wunsch ist es, an den nächsten olympischen Spielen teilzunehmen, doch ihre Nerven spielen nicht mit. Immer wieder hat sie Panikattacken. Beim Laufen trifft sie auf einer Brücke auf den Iren Gregory. Obwohl er sie nicht kennt und lediglich eine Ähnlichkeit mit ihrer Urgroßmutter Alberta feststellt, will er sie unbedingt trainieren und er besteht darauf, dass sie raus nach Mandeville fährt zu Alberta. Jennifer hat ihre Urgroßmutter sehr lange nicht gesehen, doch sie wird herzlich von der alten Dame auf ihrem Landsitz begrüßt und aufgenommen. Und dann erzählt Alberta von ihrer Olympiade, den Olympischen Spielen von 1936. Sie erzählt von sich und ihrem Mann Hannes, dem blonden Hans. Sie erzählt von ihrer Zwillingsschwester Auguste, dem Briten James Seaton-Carew und sie erzählt vom Krieg und Jennifer lernt, worauf es wirklich im Leben ankommt. 

"Als der Himmel uns gehörte" - es ist eines dieser Romane, die einen ab der ersten Seite faszinieren. Es ist ein außergewöhnlicher Roman, der uns in Rückblicken der alten Dame Alberta in eine außergewöhnliche Zeit schickt - in das 
Berlin von 1936. Das Fest der Nationen steht an. Deutschland steht im Mittelpunkt der Welt mit seinen Olympischen Spielen. Die Jugend der Welt trifft sich in Berlin. Während Alberta und ihr Hannes als das Traumpaar des Sports gelten und immer wieder hoch gelobt werden, wird die Luft für die jüdische Bevölkerung immer dünner. 

Charlotte Roth schreibt mit großer erzählerischer Kraft und Einfühlungsvermögen. Sie entwickelt einen unheimlichen Sog und spielt mit den Gefühlen des Lesers. Auf der einen Seite freut man sich mit Albi und ihren Erfolgen. Man spürt die große Freude, bei den Spielen dabei zu sein. Man sitzt beim Lesen im Publikum und möchte von seinem Platz aufspringen und Albi zujubeln! Und dann auf der anderen Seite das Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze, die Rassenlehre, der Judenhass. Menschen werden verhaftet, weggebracht. Eine unheimliche Stimmung kommt auf, verstörend.

"Als der Himmel uns gehörte" - eine packende Geschichte. Ich war gespannt, abgelenkt und oft tief in Gedanken. Im Netz habe ich mir die Eröffnungsfeier der damaligen Olympischen Spiele angesehen. Ein gefühlvolles Buch, tragisch, aufwühlend - sensationell! Ein Buch, bei dem sich Freude und Gänsehaut abwechseln. Ein Buch, dass man unbedingt lesen sollte!





Knaur eBook
Printausgabe 608 Seiten



Liebe Charlie, herzlichen Dank, dass ich dein wunderbares 
neues Buch lesen und besprechen durfte! 

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